Goethe sprach mit hoher Begeisterung über Menander. „Nächst dem Sophocles, sagte er, kenne ich keinen, der mir so lieb wäre. Er ist durchaus rein, edel, groß und heiter, seine Anmuth ist unerreichbar. Daß wir so wenig von ihm besitzen, ist allerdings zu bedauern, allein auch das Wenige ist unschätzbar und für begabte Menschen viel daraus zu lernen.“ Weiterlesen >>>
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Goethe zeigte mir diesen Abend einen Brief eines jungen Studierenden, der ihn um den Plan zum zweyten Theile des Faust bittet, indem er den Vorsatz habe, dieses Werk seinerseits zu vollenden. – Trocken, gutmütig und aufrichtig geht er mit seinen Wünschen und Absichten frey heraus und äußert zuletzt ganz unverhohlen, daß es zwar mit allen übrigen neuesten literarischen Bestrebungen nichts sey, daß aber in ihm eine neue Literatur frisch erblühen solle. Weiterlesen >>>
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„Wäre es meine Sache noch, dem Theater vorzustehen, sagte Goethe diesen Abend, ich würde Byrons Dogen von Venedig auf die Bühne bringen. Freylich ist das Stück zu lang und es müßte gekürzt werden; aber man müßte nichts daran schneiden und streichen, sondern es so machen: Man müßte den Inhalt jeder Szene in sich aufnehmen und ihn bloß kürzer wiedergeben. Dadurch würde das Stück zusammengehen, ohne daß man ihm durch Änderungen schadete, und es würde an kräftiger Wirkung durchaus gewinnen, ohne im wesentlichen von seinem Schönen etwas einzubüßen.“ Weiterlesen >>>
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Ich ging heute um fünf Uhr zu Goethe, den ich in einigen Tagen nicht gesehen hatte, und verlebte mit ihm einen schönen Abend. Ich fand ihn, in seiner Arbeitsstube in der Dämmerung sitzend in Gesprächen mit seinem Sohn und dem Hofrat Rehbein, seinem Arzt. Ich setzte mich zu ihnen an den Tisch. Wir sprachen noch eine Weile in der Dämmerung, dann ward Licht gebracht, und ich hatte die Freude, Goethe vollkommen frisch und heiter vor mir zu sehen. Weiterlesen >>>
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Bei seinem großen Interesse für die englische Nation hatte Goethe mich ersucht, die hier anwesenden jungen Engländer ihm nach und nach vorzustellen. Heute um fünf Uhr erwartete er mich mit dem englischen Ingenieur-Offizier, Herrn H., von welchem ich ihm vorläufig viel Gutes hatte sagen können. Wir gingen also zur bestimmten Stunde hin und wurden durch den Bedienten in ein angenehm erwärmtes Zimmer geführt, wo Goethe in der Regel Nachmittags und Abends zu seyn pflegt. Drey Lichter brannten auf dem Tisch; aber Goethe war nicht darin, wir hörten ihn in dem anstoßenden Saale sprechen. Weiterlesen >>>
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Ich ging gegen Abend zu Goethe. Er reichte mir freundlich die Hand entgegen und begrüßte mich mit dem Lobe meines Gedichtes zu Schellhorn’s Jubiläum. Ich brachte ihm dagegen die Nachricht, daß ich geschrieben und das englische Anerbieten abgelehnt habe. Weiterlesen >>>
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Es war mir in diesen Tagen ein Antrag zugekommen, für ein englisches Journal unter sehr vortheilhaften Bedingungen monatliche Berichte über die neuesten Erzeugnisse deutscher Literatur einzusenden. Ich war sehr geneigt, das Anerbieten anzunehmen, doch dachte ich, es wäre vielleicht gut, die Angelegenheit zuvor mit Goethe zu bereden. Weiterlesen >>>
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Ich besuchte Goethe Abends vor dem Theater und fand ihn sehr wohl und heiter. Er erkundigte sich nach den hier anwesenden jungen Engländern, und ich sagte ihm, daß ich die Absicht habe, mit Herrn Doolan eine deutsche Übersetzung des Plutarch zu lesen. Dieß führte das Gespräch auf die römische und griechische Geschichte, und Goethe äußerte sich darüber folgendermaßen: Weiterlesen >>>
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Abends bei Goethe. Wir sprachen über Klopstock und Herder, und ich hörte ihm gerne zu, wie er die großen Verdienste dieser Männer gegen mich auseinandersetzte. Weiterlesen >>>
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Der Verkehr mit Goethe war in diesen Tagen sehr reichhaltig, ich jedoch mit anderen Dingen zu beschäftigt, als daß es mir möglich gewesen, etwas Bedeutendes aus der Fülle seiner Gespräche niederzuschreiben.
Nur folgende Einzelheiten finden sich in meinem Tagebuche notirt, wovon ich die Verbindung und die Anlässe vergessen, aus denen sie hervorgegangen. Weiterlesen >>>
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Seit etwa acht Tagen bin ich von meiner Rheinreise zurück. Goethe äußerte bey meiner Ankunft eine lebhafte Freude, und ich meinerseits war nicht weniger glücklich, wieder bey ihm zu sein. Er hatte sehr viel zu reden und mitzutheilen, so daß ich die ersten Tage wenig von seiner Seite kam. Seine frühere Absicht, nach Marienbad zu gehen, hat er aufgegeben, er will diesen Sommer gar keine Reise machen. „Nun da Sie wieder hier sind, sagte er gestern, kann es noch einen recht hübschen August für mich geben.“ Weiterlesen >>>
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Als ich im vorigen Sommer nach Weimar kam, war es, wie gesagt, nicht meine Absicht, hier zu bleiben, ich wollte vielmehr bloß Goethe’s persönliche Bekanntschaft machen und dann an den Rhein gehen, wo ich an einem passenden Ort längere Zeit zu verweilen gedachte. Weiterlesen >>>
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Goethe machte mir Vorwürfe, daß ich eine hiesige angesehene Familie nicht besucht. „Sie hätten, sagte er, im Laufe des Winters dort manchen genußreichen Abend verleben, auch die Bekanntschaft manches bedeutenden Fremden dort machen können; das ist Ihnen nun, Gott weiß durch welche Grille, alles verloren gegangen.“ Weiterlesen >>>
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Der größte Philologe unserer Zeit, Friedrich August Wolf aus Berlin, ist hier, auf seiner Durchreise nach dem südlichen Frankreich begriffen. Goethe gab ihm zu Ehren heute ein Diner, wobey von weimarischen Freunden: General-Superintendent Röhr, Canzler v. Müller, Oberbaudirektor Coudray, Professor Riemer und Hofrat Rehbein außer mir anwesend waren. Über Tisch ging es äußerst heiter zu; Wolf gab manchen geistreichen Einfall zum Besten; Goethe, in der anmuthigsten Laune, spielte immer den Gegner. „Ich kann mit Wolf nicht anders auskommen, sagte Goethe mir später, als daß ich immer als Mephistophiles gegen ihn agire. Auch geht er sonst mit seinen inneren Schätzen nicht hervor.“ Weiterlesen >>>
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Um ein Uhr mit Goethe spazieren gefahren. Wir sprachen über den Styl verschiedener Schriftsteller. Weiterlesen >>>
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Abends bey Goethe. – Ich war alleine mit ihm. Wir sprachen vielerley und tranken eine Flasche Wein dazu. Wir sprachen über das französische Theater im Gegensatz zum deutschen. Weiterlesen >>>
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Mit Goethe vor Tisch nach seinem Garten gefahren.
Die Lage dieses Gartens, jenseits der Ilm, in der Nähe des Parks, an dem westlichen Abhange eines Hügelzuges, hat etwas sehr Trauliches. Vor Nord- und Ostwinden geschützt, ist er den erwärmenden und belebenden Einwirkungen des südlichen und westlichen Himmels offen, welches ihn, besonders im Herbst und Frühling, zu einem höchst angenehmen Aufenthalte macht. Weiterlesen >>>
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Ich ging um zwölf Uhr zu Goethe, der mich vor Tisch zu einer Spazierfahrt hatte einladen lassen. Ich fand ihn frühstückend als ich zu ihm hereintrat, und setzte mich ihm gegenüber, indem ich das Gespräch auf die Arbeiten brachte, die uns gemeinschaftlich in Bezug auf die neue Ausgabe seiner Werke beschäftigten. Ich redete ihm zu, sowohl seine Götter, Helden und Wieland als auch seine Briefe des Pastors in diese neue Edition mit aufzunehmen. Weiterlesen >>>
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„Es gibt vortreffliche Menschen, sagte Goethe, »die nichts aus dem Stegreife, nichts obenhin zu thun vermögen, sondern deren Natur es verlangt, ihre jedesmaligen Gegenstände mit Ruhe tief zu durchdringen. Solche Talente machen uns oft ungeduldig, indem man selten von ihnen erlangt, was man augenblicklich wünscht, allein auf diesem Wege wird das Höchste geleistet.“ Weiterlesen >>>
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Mit Goethe zu Tisch. – Nachdem gegessen und abgeräumt war, ließ er durch Stadelmann große Portefeuille’s mit Kupferstichen herbeyschleppen. Auf den Mappen hatte sich einiger Staub gesammelt, und da keine passende Tücher zum Abwischen in der Nähe waren, so ward Goethe unwillig und schalt seinen Diener. „Ich erinnere Dich zum letzten Mal,« sagte er, denn gehst du nicht noch heute, die oft verlangten Tücher zu kaufen, so gehe ich morgen selbst, und du sollst sehen, daß ich Wort halte.“ Stadelmann ging. Weiterlesen >>>
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