Sonnabend, den 11. Oktober 1828

Das gedachte Foreign Review des Herrn Fraser enthielt unter vielen bedeutenden und interessanten Gegenständen auch einen höchst würdigen Aufsatz über Goethe von Carlyle, den ich diesen Morgen studirte. Ich ging Mittags ein wenig früher zu Tisch, um vor der Ankunft der übrigen Gäste mich mit Goethe darüber zu bereden. Weiterlesen >>>

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Freytag, den 10. October 1828

Von Herrn William Fraser in London, Herausgeber des Foreign Review, gelangten diesen Morgen zwey Exemplare des dritten Stücks jener periodischen Schrift zu mir, wovon ich das eine Exemplar diesen Mittag Goethen überreichte.

Ich fand wieder eine heitere Tischgesellschaft geladen, zu Ehren Tiecks und der Gräfin, die auf das Bitten Goethe’s und der übrigen Freunde noch einen Tag zugegeben hatten, während der übrige Theil dieser Familie schon am Morgen nach Dresden vorausgereiset war.

Ein besonderer Gegenstand der Unterhaltung bey Tisch war die englische Literatur und namentlich Walter Scott, bei welcher Gelegenheit Tieck unter andern sagte, daß er vor zehn Jahren das erste Exemplar des Waverley nach Deutschland gebracht habe.

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Donnerstag, den 9. October 1828

Zu Ehren Tiecks war diesen Abend in den Zimmern der Frau v. Goethe ein sehr unterhaltender Thee. Ich machte die Bekanntschaft des Grafen und der Gräfin Medem; letztere sagte mir, daß sie am Tage Goethe gesehen und wie sie von diesem Eindruck noch im Innersten beglückt sey. Der Graf interessierte sich besonders für den Faust und dessen Fortsetzung, über welche Dinge er sich mit mir eine Weile lebhaft unterhielt. Weiterlesen >>>

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Donnerstag, den 9. Oktober 1828

Diesen Mittag bey Tisch war ich mit Goethe und Frau v. Goethe allein. Und wie ein Gespräch früherer Tage wohl wieder aufgenommen und fortgeführt wird, so geschah es auch heute. Der Moses von Rossini kam abermals zur Sprache und wir erinnerten uns gerne Goethes heiterer Erfindung von vorgestern. Weiterlesen >>>

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Mittwoch, den 8. October 1828

Tieck mit Gemahlin und Töchtern und Gräfin Finkenstein, von seiner Rheinreise zurückkommend, wurde heute bei Goethe zu Tisch erwartet. Ich traf in den Vorzimmern mit ihnen zusammen. Tieck sah sehr wohl aus, die Rheinbäder schienen eine gute Wirkung auf ihn gehabt zu haben. Ich erzählte ihm, daß ich in der Zwischenzeit den ersten Roman von Walter Scott gelesen, und welche Freude ich über dieses außerordentliche Talent empfunden. „Ich zweifle, sagte Tieck, daß dieser neueste Roman, den ich noch nicht kenne, das Beste sey, was Walter Scott geschrieben; allein dieser Schriftsteller ist so bedeutend, daß das Erste, was man von ihm lieset, immer in Erstaunen setzet, man mag zu ihm gelangen, von welcher Seite man wolle.“ Weiterlesen >>>

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Dienstag, den 7. October 1828

Heute bey Tisch war die heiterste Gesellschaft. Außer den Weimarischen Freunden waren auch einige von Berlin zurückkehrende Naturforscher zugegen, unter denen Herr von Martius aus München, der an Goethe’s Seite saß, mir bekannt war. Über die mannigfaltigsten Dinge wurde hin und her gescherzt und gesprochen. Goethe war von besonders guter Laune und überaus mitteilend. Das Theater kam zur Sprache, die letzte Oper, Moses von Rossini, ward viel beredet. Man tadelte das Süjet, man lobte und tadelte die Musik; Goethe äußerte sich folgendermaßen. Weiterlesen >>>

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Freytag, den 3. October 1828

Ich sprach diesen Mittag bey Tisch mit Goethe über Fouqué’s Sängerkrieg auf der Wartburg, den ich auf seinen Wunsch gelesen. Wir kamen darin überein, daß dieser Dichter sich zeitlebens mit altdeutschen Studien beschäftiget, und daß am Ende keine Cultur für ihn daraus hervorgegangen. Weiterlesen >>>

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Mittwoch, den 1. October 1828

Herr Hoenninghaus aus Krefeld, Chef eines großen Handelshauses, zugleich Liebhaber der Naturwissenschaften, besonders der Mineralogie, ein durch große Reisen und Studien vielseitig unterrichteter Mann, war heute bei Goethe zu Tisch. Er kam von der Versammlung der Naturforscher aus Berlin zurück, und es ward über dahinschlagende Dinge, besonders über mineralogische Gegenstände manches gesprochen. Weiterlesen >>>

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Donnerstag, den 11. September 1828

Heute zwey Uhr, bei dem herrlichsten Wetter, kam Goethe von Dornburg zurück. Er war rüstig und ganz braun von der Sonne. Wir setzten uns bald zu Tisch, und zwar in dem Zimmer, das unmittelbar an den Garten stößt, und dessen Thüren offen standen. Er erzählte von mancherley gehabten Besuchen und erhaltenen Geschenken, und schien sich überall in zwischen gestreuten leichten Scherzen zu gefallen. Blickte man aber tiefer, so konnte man eine gewisse Befangenheit nicht verkennen, wie sie derjenige empfindet, der in einen alten Zustand zurückkehrt, der durch mancherley Verhältnisse, Rücksichten und Anforderungen bedingt ist. Weiterlesen >>>

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Sonntag, den 15. Juny 1828

Wir hatten nicht lange am Tisch gesessen, als Herr Seidel mit den Tyrolern sich melden ließ. Die Sänger wurden ins Gartenzimmer gestellt, so daß sie durch die offenen Thüren gut zu sehen, und ihr Gesang aus dieser Ferne gut zu hören war. Herr Seidel setzte sich zu uns an den Tisch. Die Lieder und das Gejodel der heiteren Tyroler behagte uns jungen Leuten; Fräulein Ulrike und mir gefiel besonders der Strauß und Du, du liegst mir im Herzen, wovon wir uns den Text ausbaten. Goethe selbst erschien keineswegs so entzückt als wir Andern. „Wie Kirschen und Beeren behagen, sagte er, muß man Kinder und Sperlinge fragen.“ Zwischen den Liedern spielten die Tyroler allerlei nationale Tänze, auf einer Art von liegenden Zittern, von einer hellen Querflöte begleitet. Weiterlesen >>>

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